Geschichte der Goethe-Gesellschaft Berlin e.V.

In den Wirrnissen der Zeit nach dem Ende des Ersten Weltkrieges wurde in Berlin am 25. Mai 1919 eine Ortsgruppe der seit 1885 bestehenden Goethe-Gesellschaft in Weimar gegründet. Nach München im Jahre 1917 war nun Berlin die zweite Stadt, in der die Bestrebungen der Gesellschaft wirksam wurden, die Ergebnisse ihrer Arbeit einem breiteren Publikum zugänglich zu machen.

Erster Vorsitzender der Ortsgruppe wurde Flodoard Freiherr von Biedermann (1858-1934), Sohn des Goethe-Forschers Woldemar Freiherr von Biedermann, der sich durch die Herausgabe von „Goethes Gespräche" Verdienste und Anerkennung erwarb. Eine problematische Entwicklung nahm die Berliner Ortsgruppe in der Zeit der nationalsozialistischen Herrschaft. Eine Verquickung der literarischen Gesellschaft mit den politischen Gegebenheiten und eine Anpassung an den Ungeist dieser Zeit blieben nicht aus.

Die Teilung Berlins nach dem Zweiten Weltkrieg machte einen Neuanfang sehr schwierig. Erst 1962 kam es im Ostteil der Stadt zur Gründung einer Ortsvereinigung im Rahmen der Bezirksorganisation des Kulturbundes. Später, am 11. Mai 1987, erfolgte die Gründung der Ortsvereinigung der Goethe-Gesellschaft Berlin (West).

Zu einer Fusion der beiden Gesellschaften in Berlin kam es jedoch nach dem Fall der Mauer im Jahre 1989 nicht. Die 1987 in Berlin (West) gegründete Goethe-Gesellschaft wurde in der wiedervereinten Stadt das Forum für die Berliner Goethefreunde und -kenner. Nach einem 25jährigen Wirken kann die Gesellschaft eine gute Bilanz ihrer Arbeit ziehen.